Pressemitteilung

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GreenFaith fordert Ende der LNG-Importe aus den USA

GreenFaith Deutschland und GreenFaith USA veröffentlichen Bericht zu Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen durch LNG und touren mit Betroffenen durch Deutschland

Karlsruhe, 3. Juni 2026 – Im Rahmen der Kampagne „Breath of the Future – Wege aus der fossilen Ära“ reist GreenFaith Deutschland vom 15. bis 24. Juni 2026 gemeinsam mit zwei Betroffenen aus Louisiana durch Deutschland. Bei Veranstaltungen in Karlsruhe, Stuttgart, Bonn, Dortmund, Wilhelmshaven und Berlin berichten die Speaker aus erster Hand über die Folgen von LNG-Importen von der US-Golfküste nach Deutschland und laden zum Gespräch über Deutschlands Rolle in der globalen Energiepolitik ein. Die Stationen der Tour markieren zentrale Orte der fossilen Infrastruktur und klimapolitischen Verantwortung: den EnBW-Hauptsitz in Karlsruhe, das Bonner Klimacamp während der SB64, die bestehenden und geplanten LNG-Terminals in Wilhelmshaven sowie das Zentrum der Bundespolitik in Berlin.

Begleitend zur Speakers-Tour hat GreenFaith Deutschland ein Briefing zu den Auswirkungen von Flüssigerdgas-Importen aus den USA nach Deutschland veröffentlicht. Darin werden die ökologischen, sozialen, gesundheitlichen und ethischen Folgen der fossilen Infrastruktur analysiert. GreenFaith fordert darin einen konsequenten Ausstieg aus neuen LNG-Projekten, ein Ende der LNG-Importe aus den USA sowie einen beschleunigten, sozial gerechten Ausbau erneuerbarer Energien.

„Die Ausweitung von LNG zerstört Lebensgrundlagen, verschärft die Klimakrise und trifft besonders vulnerable Gemeinschaften. Gleichzeitig existieren längst bessere und gerechtere Alternativen“, erklärt Pfarrerin Eleanor McCormick, Vorstandsmitglied von GreenFaith e.V. aus Stuttgart.

“Als religiöse Menschen sehen wir den gesamten Planeten mit allem menschlichem und nicht-menschlichem Leben als Geschenk Gottes und damit als wertvoll an. Es ist unsere Aufgabe, diesen Wert zu achten, die Integrität des Planeten nicht gewaltsam zu zerstören und allem Leben mit  Respekt zu begegnen”, mahnt Pfarrerin Alwine Schulze, Vorsitzende von GreenFaith e.V. aus Marburg.

„Viele Menschen sind besorgt über Versorgungssicherheit und steigende Gaspreise. Doch wir müssen ehrlich fragen: Was kostet LNG Menschen, Klima und unseren gemeinsam bewohnten Planeten wirklich? Erneuerbare Energien sind überreichlich vorhanden – sie sind sicher, gerecht und zukunftstauglich“, sagt Kampagnenleiter Jesse Boie aus Kiel.

GreenFaith kritisiert insbesondere milliardenschwere öffentliche Investitionen in fossile Infrastruktur trotz sinkenden Gasverbrauchs und wachsender Kapazitäten erneuerbarer Energien. Durch neue LNG-Terminals, langfristige Lieferverträge und fossile Großprojekte droht Deutschland eine jahrelange Abhängigkeit von klimaschädlichen Energieimporten.

„Was hier als Brückentechnologie verkauft wird, bedeutet anderswo oft Verschmutzung, Vergiftung und Enteignung“, sagt Dr. Anton Stadlmeier, Vorstandsmitglied von GreenFaith e.V. aus Karlsruhe.

Während der Speakers-Tour berichten die Umweltaktivist*innen James Hiatt und Misha Mayeur aus Louisiana von den Folgen des LNG-Exports an der US-Golfküste: von gesundheitlichen Belastungen, zerstörten Lebensgrundlagen, Umweltverschmutzung und der Frage, wie eng deutsche Energiepolitik mit globaler Gerechtigkeit verknüpft ist.

James Hiatt ist ehemaliger Öl- und Gasarbeiter in dritter Generation aus Lake Charles, Louisiana, und Gründer der Organisation For a Better Bayou: „Die Debatte um die Energiewende muss ehrlich darüber sprechen, was durch Fracking-Gasexporte tatsächlich entzogen wird: nicht nur Rohstoffe aus dem Boden, sondern auch Gesundheit, Kultur, Lebensgrundlagen und Zukunft der Gemeinschaften, die die Folgen tragen müssen. Ich reise nach Deutschland, um Rechenschaftspflicht einzufordern und deutlich zu machen: Die Senkung der Nachfrage und der Ausstieg aus schädlichen Systemen sind nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine Frage der Gerechtigkeit für die Menschen, deren Leben und Gemeinschaften für den wirtschaftlichen Gewinn anderer geopfert wurden.“

Auch Misha Mayeur, Künstlerin und Umweltaktivistin mit deutschen Wurzeln, warnt vor den Folgen der LNG-Expansion: „Die US-Golfküste wird für Exporte von Flüssigerdgas rücksichtslos ausgebeutet. Sobald Menschen die ganze Wahrheit über die Krisenabhängigkeit und die fehlende Nachhaltigkeit fossiler Energien erfahren und ihre schädlichen Auswirkungen erkennen, werden sie einen schnelleren Übergang zu unabhängigen, erneuerbaren Energiequellen fordern.“

Weitere Details zur Speakers-Tour, das Briefing sowie Bild- und Hintergrundmaterial sind hier erhältlich: Breath of the future – Presse

Hintergrund: GreenFaith ist eine internationale, multireligiöse Graswurzelbewegung für Klimagerechtigkeit. Gemeinsam mit Menschen verschiedener Glaubenstraditionen und Spiritualitäten setzt sich GreenFaith für den Schutz von Menschen und Planeten und ein Ende fossiler Abhängigkeiten ein. GreenFaith Deutschland arbeitet mit religiösen Gemeinschaften, Aktivist*innen und zivilgesellschaftlichen Partnern daran, eine gerechte und lebenswerte Zukunft jenseits fossiler Energien zu gestalten.

Pressekontakt

GreenFaith Deutschland
Caroline Bader, Koordinatorin
E-Mail: germany@greenfaith.org
Kampagnen-Website: https://europe.greenfaith.org/germany/breath-of-the-future/

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