Wir müssen erkennen, dass die einzige Zukunft, die wir haben, eine Zukunft mit sauberer Energie ist.

G-tt will, dass wir Aktivist*innen sind. G-tt will, dass wir eingreifen, Ungerechtigkeit bekämpfen, anderen helfen, Leiden verringern, den Menschen ermöglichen, ein tiefes, sinnvolles Leben zu führen.

Mich belastet das Gefühl, dass wir die Interessen eines großen Teils der Menschheit einfach außer Acht lassen.

Für eine Welt, in der wir alle atmen können.

Das Zeitfenster für einen lebenswerten Planeten schließt sich. Die krisenhafte Gegenwart, in der Kriege um Ressourcen geführt werden, profitgierige Energieunternehmen und Banken den Planeten ausbeuten und Entscheidungsträgerer*innen uns durch langfristige Gas-Lieferverträge tiefer in fossile und politische Abhängigkeiten führen, lässt uns kaum Zeit zum Aufatmen.

Doch statt innezuhalten, treiben uns politische Fehlentscheidungen tiefer in die Abhängigkeit von fossilem Gas. Wir stellen uns an die Seite der ungehörten Stimmen und vulnerablen Gemeinschaften, denen buchstäblich die Luft zum Atmen wegbleibt und fordern: Stoppt den weiteren Ausbau von Flüssigerdgas (LNG)-Infrastruktur! Konkret setzen wir uns gemeinsam ein gegen umwelt- und gesundheitsschädliches Fracking an der US-Golfküste, die energieintensive Verflüssigung und Verschiffung nach Europa und gegen den unnötigen Ausbau der Import-Terminals in Deutschland und ganz Europa.

LNG schadet Menschen und unserem gemeinsam bewohnten Planeten. Erneuerbare Energiequellen sind überreichlich vorhanden und die Energieerzeugung sicher und zukunftstauglich.

Die Wege sind geebnet – kommst du mit?

Warum LNG ethisch und ökologisch untragbar ist: Zerstörung auf Raten

Der Ausbau von LNG-Infrastruktur schafft neue fossile Abhängigkeiten, gefährdet die Klimaziele und belastet Communities im globalen Süden sowie in Förderregionen – etwa in den USA.
1. Klimaschäden

LNG ist verflüssigtes Methan und  wird oft fälschlicherweise als klimafreundliche Alternative dargestellt. Doch die Realität sieht anders aus: Entlang der gesamten Lieferkette kommt es zu massiven, strukturellen Methanemissionen. Da Methan über einen Zeitraum von 20 Jahren mehr als 80-mal klimaschädlicher ist als CO₂ ist die reale Klimabilanz von LNG unter Umständen sogar verheerender als die von Kohle.

In den Förder- und Exportregionen führt die giftige Fracking- und Industrie-Infrastruktur zu massiven Kontaminationen von Luft und Trinkwasser. Die Folge für die dort lebenden Menschen sind drastisch erhöhte Raten von Asthma, Atemwegserkrankungen und Krebserkrankungen wie Leukämie bei Kindern.

Der Hunger nach LNG hinterlässt eine Spur der Verwüstung in der Natur: Millionen Liter Wasser und toxische Chemikalien belasten beim Fracking und (cold) flaring die tiefen Gesteinsschichten. An den Küsten vernichten massive Ausbaggerungen wertvolle Feuchtgebiete und Küstenmarschen , während der Einsatz von Bioziden (wie Chlor) und die extreme Lärmbelastung der Transportschiffe die marine Tierwelt und sensible Arten wie Schweinswale direkt gefährden. Für den Bau eines weiteren LNG-Terminals an Land in Wilhelmshaven soll ein Natur- und Vogelschutzgebiet weichen.

Über 90% des nach Deutschland importierten LNG kommt aus den USA. Durch langfristige Verträge mit Laufzeiten von bis zu 20 Jahren bindet sich Deutschland an fossile Energieträger der Vergangenheit und blockiert aktiv den notwendigen, konsequenten Umstieg auf echte energetische Souveränität durch erneuerbare Energien. Diese Einflussnahme findet zum Beispiel statt, indem das Aufweichen europäischer Umweltstandards und Klimaziele gefordert wird

Die Versorgung mit Flüssigerdgas ist krisenabhängig und eignet sich für Spekulationen, die Preise sind volatil. Daher kann LNG nicht die vielbeschworene Lösung sein, Energiepreise für Verbraucher*innen zuverlässig zu senken. Während sich wenige rücksichtslose Investor*innen und fossile Energieunternehmen auf Kosten von Klima, Umwelt und Menschenrechten unmoralisch bereichern, können viele Menschen ihre (Gas-) Rechnungen nicht bezahlen. Dezentrale, erneuerbare Energien sind der Weg in die Zukunft.

Fast 100 % des aus den USA exportierten Gases stammt aus einem bereits massiv industrialisierten Gebiet in Texas und Louisiana, den sogenannten sacrifice zones (dt: “Opferzonen”). Große Konzerne errichten ihre gesundheitsschädlichen Exportterminals gezielt in sozial benachteiligten Regionen und Communities of Color, da dort der politische Widerstand am geringsten eingeschätzt wird.

Die Stimmen der Betroffenen

Jede politische Entscheidung über Gasimporte nach Deutschland hat ein Gesicht am anderen Ende der Welt. Deswegen haben wir Menschen aus den USA und Deutschland zur Realität des LNG Abbaus vor Ort befragt:

James Hiatt
James HiattDirector For a Better Bayou
Sie konnten die Wellen hören, die am Strand brechen, aber jetzt hören sie nur ein ständiges Summen und das Geräusch des Exportterminals.
Melanie Oldham
Melanie OldhamDirector, Better Brazoria, Texas
Wir haben es satt, dass unsere Gemeinden für all die Verschmutzung und die Risiken geopfert werden. Wir haben keine Vorteile – während die großen Unternehmen Milliarden verdienen.
Milena Pressentin
Milena PressentinReferentin Energie & Klimaschutz, Deutsche Umwelthilfe
Es ist eklatant: Mit dem aktuellen LNG-Ausbau schaffen wir fossile Überkapazitäten, die niemand braucht, und verlängern fossile Abhängigkeiten durch langfristige Lieferverträge künstlich um Jahrzehnte. Dafür industrialisieren wir unsere Küsten, setzen Schutzgebiete unter Druck und zerstören unwiederbringlich, was sich nicht zurückholen lässt.
Regine Richter
Regine RichterKampagnen, Urgewald
Weniger Dinge und mehr Gemeinschaftssinn sind entscheidend – verbunden mit einem bewussteren Umgang mit Ressourcen. Denn unser enormer Verbrauch fossiler Energien verheizt die Zukunft und zerstört zugleich Biodiversität, Umwelt und Menschenrechte.
Rev. Fletcher Harper
Rev. Fletcher HarperExecutive Director GreenFaith Inc.
Die Ausweitung von LNG-Förderung ist ein Verstoß gegen unsere Verantwortung, Gottes Schöpfung zu schützen.
Caroline Hügelin
Caroline HügelinReferentin Wasserstoff und Gasausstieg, Klima-Allianz Deutschland
Ich glaube, wir können politisch entscheiden, wie unsere Zukunft aussieht. Und wir können eine gute Zukunft für alle sichern und nicht nur für wenige.

Unsere Antwort: Ein gemeinsamer Aufruf für ein Ende der LNG Importe

Trotz der Vielfalt religiöser und spiritueller Traditionen lassen sich universelle Kernwerte identifizieren, die uns als gemeinsamer moralischer Kompass dienen. Damit wollen wir als Menschen des Glaubens eine klare und ethische Perspektive in die öffentliche Debatte einbringen. Wir setzen uns gemeinsam für Klimagerechtigkeit, den Schutz von Menschen und dem Planet sowie für eine gerechte Energiewende ein.

Solidarität untereinander

Gläubige Menschen weltweit sind aufgerufen, an der Seite jener zu stehen, die unter den Klimaschäden und sozialer Ungerechtigkeit leiden, und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen. Die Klimakrise trifft uns alle, unabhängig von Armut oder Reichtum. Doch gerade aus dem Mitgefühl und der Solidarität mit den Schwächsten erwächst die Kraft für einen gemeinsamen Aufbruch – weg vom fossilen Zeitalter, hin zu einer gerechten Zukunft.

Globale Geschwisterlichkeit

Alle Menschen sind Teil einer unauflöslichen Gemeinschaft, die sich durch globale Geschwisterlichkeit auszeichnet. Was wir einem Teil dieser Menschheitsfamilie antun, tun wir auch uns selbst an. Ob wir uns als „Teile des Universums“ oder „Kinder Gottes“ verstehen – diese Verbundenheit fordert dazu auf, gegenseitige Ausbeutung und Zerstörung zu beenden und das Gemeinsame über den Profit Einzelner zu stellen.

Schutz der Heiligkeit allen Lebens

Wir betrachten die gesamte Welt und auch das nicht-menschliche Leben als Geschenk Gottes, bzw. als großes heiliges Netzwerk. Es ist unsere Aufgabe, diese Heiligkeit und Integrität zu bewahren und allem Leben mit Achtsamkeit zu begegnen. Ein respektloser Umgang mit Lebewesen und der Natur ist eine Unachtsamkeit gegenüber diesem Geschenk Gottes.

Genügsamkeit

 “Genügsamkeit”, “Suffizienz”, “Askese” und nach einer “Ethik des Genug” leben: Religiöse und spirituelle Traditionen vereint die Ablehnung von Gier und maßlosem Wachstum. Wir sollen nicht mehr nehmen, als wir brauchen, nicht egoistisch handeln und anderen nichts wegnehmen.

Dankbarkeit

Unsere Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens führt zu einem achtsamen Umgang mit der Erde.  Aus der Praxis der Dankbarkeit entsteht ein veränderter Blick auf die Mitwelt.

Die Zeit zu handeln ist jetzt!

Danke an unsere Partner

Die GreenFaith Kampagne wird unterstützt und mitgestaltet durch zahlreiche Kooperationspartner*innen:Glaubensgemeinschaften, Umweltverbände, Expert*innen.

Foto Credits: Santiago Rodriguez (Aktion Wilhelmshaven), sowie Jesse Boie und Partner-Organisationen