Kunstausstellung “Life in Crisis – Solidarity in Art” bei den Interkulturellen Wochen

Kunst in der Klimakrise – Globale Perspektiven zwischen Schöpfung, Protest und Hoffnung
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Kunstausstellung vom 18.09.-28.09.2026 bei den Interkulturellen Wochen im Evangelischen Zentrum für Interkulturelle Bildung in Mörfelden-Walldorf
Vernissage und GreenFaith-Workshop am Freitag, 18.09.2026 18 Uhr
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“Wir brauchen neue Bilder, die aufrütteln und stärken.”
Wie klingt ein Schrei nach Gerechtigkeit, wenn Worte versagen? Wie sieht Hoffnung aus, wenn der Planet brennt? In einer Welt, in der die Klimakrise längst sichtbare Realität ist, sucht die Ausstellung Life in Crisis – Solidarity in Art nach Sprache durch Farben, Fotografien und Poesie.
Initiiert von der multireligiösen Klimabewegung GreenFaith rückt die Ausstellung die Werke junger Künstler:innen und Klimaaktivist:innen aus dem Globalen Süden und Deutschland in den Mittelpunkt. Ihre Perspektiven eröffnen neue Sichtweisen auf eine Krise, die uns alle betrifft – aber nicht alle gleich.
Die indische Künstlerin Lucy D’Souza-Krone, heute in Deutschland lebend, verwebt in ihren Bildern christliche und hinduistische Symbolik. Ihre Reihe Kunst fürs Klima versteht sie als prophetischen Ruf zur Umkehr: „Die ökologische Krise ist auch eine Krise der Bilder. Wir brauchen neue Bilder – Bilder, die aufrütteln und stärken.“ Ihre Kunst lädt dazu ein, die Schöpfung als lebendigen Ausdruck göttlicher Gegenwart zu erkennen – verletzlich, schön, schützenswert.
Tief beeindruckend ist auch der Beitrag von Anne Njambi Gacheru aus Kenia. Ihre Kunst wurzelt in einer Kindheit voller Entbehrungen – und im Summen eines Bienenstocks. Als Imkerin und Künstlerin erkennt sie in jeder Biene einen Teil eines größeren Ganzen. „Alles steht im Dienst von allem“, sagt sie. Ihre Werke sind Ausdruck von Fürsorge und Widerstand zugleich. Njambi träumt von einem Ausbildungszentrum in ihrem Heimatdorf – einem Ort, der Bildung, ökologische Praxis und Gemeinschaft miteinander verbindet. Für sie ist die Natur kein Ressourcenlager, sondern ein Mitgeschöpf.
Der Fotograf Micha Sass porträtiert in seinem Projekt My Globe, Your Globe Menschen mit einem kleinen Globus in der Hand – ein stiller, aber kraftvoller Akt der Ermächtigung. Die Bildserie erinnert daran, dass globale Verantwortung nicht an Landesgrenzen endet. Ihre Gesichter erzählen Geschichten von Flucht, Glauben und Gemeinschaft – und machen deutlich: Klimagerechtigkeit ist untrennbar mit sozialen Fragen verwoben. Driss, ein porträtierter Imam aus Dortmund, formuliert es eindrucksvoll: „So lasst uns auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen als Geschwister acht geben und unseren Planeten als grüne Oase aufblühen lassen.“ und Sass ergänzt: “Zusammen haben wir eine ungeahnte, aber oft bewiesene Kraft. Wir haben so manche Mauern einstürzen lassen.”
Auch Zeegyasa, Klimaaktivistin aus Indien, bringt eine eindringliche Perspektive ein. „Kunst kann einen Bewusstseinswandel einleiten – nicht nur inspirieren, sondern auch zur Handlung bewegen.“ Ihr Gedicht Mother’s Roar spricht in apokalyptischer Klage von der Erde als leidender Mutter, die trotz allem ihre Kinder liebt – selbst jene, die sie zerstören.
Life in Crisis – Solidarity in Art ist keine klassische Kunstausstellung. Sie ist ein künstlerisches Gebet, eine poetische Klage – und Aufruf zum Handeln. Die Werke erzählen von Schmerz und Verlust, aber auch von Widerstand, Schönheit und tief verwurzelter Hoffnung. In einer Welt, in der vieles auseinanderzubrechen droht, erinnert uns diese Ausstellung daran, was uns verbindet: die Sehnsucht nach einem guten Leben für alle. Damit ist sie auch ein Manifest für die menschliche Gemeinschaft, mit der sich Ohnmacht in Kraft verwandeln lässt.


Mehr Infos zur Ausstellung: https://europe.greenfaith.org/programme/kunstausstellung-life-in-crisis-solidarity-in-art-tourt-durch-deutschland/