22.06.2026 – Karlsruhe
Misha Mayeur und James Hiatt, die in Karlsruhe auf Leid und Umweltzerstörung durch die LNG-Expansion an der US-Golfküste aufmerksam machten, haben gemeinsam mit GreenFaith und dem Klimabündnis Karlsruhe einen Gesprächstermin mit EnBW für den 15. oder 16. Juni angefragt und am 16. Juni versucht, an der Firmenzentrale einen Brief an die Geschäftsleitung von EnBW zu übergeben. Sie wurden nicht eingeladen und nicht angehört, sondern vom Sicherheitspersonal am Eingang des Gebäudes abgewiesen.
In Stuttgart konnten Mayeur und Hiatt am Abend desselben Tages zu dieser Thematik mit Manuel Hagel, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister Baden-Württembergs und CDU-Mitgliedern des baden-württembergischen Parlamentes sprechen.
Nur einen Tag später wurde öffentlich, dass EnBW einen weiteren fünfjährigen Liefervertrag für US-amerikanisches Flüssigerdgas (LNG) mit Venture Global abgeschlossen hat.
Für die internationale Klima- und Umweltbewegung GreenFaith und die Menschen aus Louisiana zeigt der Vorgang die Widersprüche der deutschen und baden-württembergischen Energie- und Klimapolitik.
James Hiatt kritisiert die Kurzsichtigkeit dieser Entscheidungen: „Erneut werden Profite über Anliegen der Menschen gestellt, und die tatsächlichen Kosten solcher Projekte auf Gemeinden und Familien abgewälzt und so die Realität ausgeblendet. Die fortgesetzte Förderung und Verbrennung fossiler Energieträger kostet Menschenleben. Es ist weder eine grüne noch eine saubere Lösung, weiterhin Erdgas zu fördern und Methan und CO2 in die Atmosphäre zu bringen.“
Misha Mayeur kritisiert die politische Unterstützung für neue LNG-Investitionen: „Noch mehr LNG zu beziehen und in Methan zu investieren – ein Treibhausgas, das die Erde über einen Zeitraum von 20 Jahren rund 80-mal stärker erwärmt als CO₂ – erscheint mir absurd.“
Mit Blick auf die Rolle der Grünen in Baden-Württemberg ergänzt sie: „Ich weiß nicht, welche Werte die Grünen in Deutschland vertreten wollen. Aber ich würde annehmen, dass Umweltschäden durch fossiles Öl und Gas nicht dazugehören. Deshalb frage ich mich, welche Kompromisse hier eingegangen werden und warum diese Entscheidungen so offensichtlich nicht mit den eigenen Werten in Einklang stehen.“
Jesse Boie, Kampagnenleiter bei GreenFaith, gibt zu bedenken: „Menschen aus den betroffenen Gebieten und Gemeinden sind tausende Kilometer nach Deutschland gereist, um EnBW direkt über die Folgen ihrer Geschäftspolitik zu informieren. EnBW scheint sich für die Auswirkungen ihrer Geschäftspraktiken entlang der Lieferkette jedoch nicht zu interessieren.”
Andy Gheorghiu, langjähriger Berater und Aktivist für Klima- und Umweltschutz, ergänzt: “Der Abschluss eines neuen Liefervertrages der EnBW mit genau dem Unternehmen, gegen dessen Projekte sich die Beschwerden richten, ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen und wirft ernsthafte Fragen zur Glaubwürdigkeit der Menschenrechts- und Klimaschutzversprechen des Unternehmens auf.“
Im Rahmen der Kampagne “Breath of the Future – Wege aus der fossilen Ära” unterstützt GreenFaith den internationalen Austausch zwischen betroffenen Gemeinden und den Widerstand gegen neue LNG- und Frackingprojekte durch Veranstaltungen und Gespräche mit Verantwortungsträger*innen.
GreenFaith Deutschland, GreenFaith USA und ihre Partnerorganisationen fordern EnBW auf, den Dialog mit den betroffenen Gemeinden in Louisiana unverzüglich aufzunehmen, die vorliegenden Beschwerden ernsthaft zu prüfen und ihre Geschäftsbeziehungen zu Venture Global auf den Prüfstand zu stellen.
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Brief (englisches Original): https://drive.google.com/file/d/1pHze9CQ8pqrOj26yLbojv5m6megQhki8/view?usp=drive_link
Fotos vom Protest vor der EnBW-Zentrale: https://drive.google.com/drive/folders/128MT6Qx8nf4Svhc1A_TxKHyo7dJ0Be-Y?usp=drive_link
Foto Übergabe Brief Manuel Hagel (li.), mittig: Misha Mayeur und James Hiatt:
Pressekontakt: Jesse Boie, jesse@greenfaith.org, 0151 25180022